DJANNAT AL ARD

DJANNAT AL ARD | paradies auf erden

entstand im April und Mai 2011 in Damaskus. Die ursprüngliche Planung des Aufenthaltes sah eine Zusammenarbeit mit einer Gruppe Syrischer Künstler*Innen aus dem Umfeld des Institutes AllArtNow vor, einer Initiative zur Förderung zeitgenössische Kunst und des internationalen Künstler*innenaustausches. Die mit jedem Tag grösser werdenden Spannungen im Land, die täglich lauter werdenden Rufe nach Veränderung und die zunehmende Gewalt, mit der diese beantwortet wurden, machten eine Durchführung des Vorhabens nach Plan obsolet.

Das Projekt ‚Djannat al Ard – Der Staub der Stadt‘ entstand in unmittelbarer Reaktion auf das Geschehen. Auf langen Gängen durch das Stadtgebiet kehrte ich den Staub von Strassen und Hauseingängen, fegte ihn aus Ritzen und von den Mauern der Lehmhäuser. Täglich folgte ich über zwanzig Kilometer den Spuren von Gewesenem, kehrte die Hinterlassenschaften des Lebens zusammen. Die Menschen in Damaskus reagierten zumeist freundlich und neugierig auf mein Tun mit Kehrbesen und Schaufel, einige begleiteten mich ein Stück, andere luden mich zum Kaffee ein. Manche hatten Angst, wieder andere riefen die Polizei oder den Geheimdienst. Nach drei Wochen stapelten sich ungefähr 250kg Staub in meinem Atelier. Die Ausländer*innen wurden aufgerufen das Land zu verlassen. Während einer Woche siebte ich das Material. Ich überzog den Boden des 20qm grossen Atelierraumes mit einer in etwa ein Zentimeter dicken Staubschicht. Aus Glassplittern, Plastikscherben, Fliesenstücken, aus Brot und Fundstücken formte ich den Schriftzug DJANNAT AL ARD – Paradies auf Erden.
‚Paradies auf Erden‘ ist der Beiname von Damaskus. Ein Paradies allerdings, dessen Schönheit unter dem Staub von Vergangenheit und der Ungewissheit der Gegenwart zerfiel.

Die Projektdokumentation und die Tagebuchaufzeichnungen einer Reise auf unbekanntem Terrain können Sie hier als PDF downloaden.

AISH [arabisch: Brot | Leben ] 2012

Die Arbeit AISH besteht aus einer Sammlung von rund 100 Gedanken und Wortäusserungen zur Lage Syriens und zum Leben der Menschen im oder außerhalb des Landes. Diese wurden mir innerhalb von knapp zwei Monaten, von September bis November 2012, von SyrerInnen entweder persönlich, per email, per blog oder per facebook übermittelt. Die Wortbeiträge wurden für die Installation im Forum Schlosspark in Aarau auf arabisches Fladenbrot übertragen und im Raum schwebend installiert.